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Der Wohnungsbau in Selben und Zschepen

Nach dem 2. Weltkrieg hatte sich die Einwohnerzahl unserer Gemeinden gegenüber der Vorkriegszeit verdoppelt. Es herrschte akute Wohnungsnot. Trotzdem gab es so gut wie keinen staatlichen Wohnungsbau in den Dörfern. Die jungen Familien zogen in die Städte wo Wohnungsbaugenossenschaften und Industriebetriebe moderne Wohnblocks errichteten. In Selben baute die LPG einen Wohnblock mit vier modernen Wohneinheiten für ihre Mitglieder und den Bürgermeister von Selben. Wohnraum wurde durch die Wohnungskommission des Gemeinderates vergeben. Die Hauseigentümer hatten kaum Mitspracherecht. Von den staatlich festgelegten niedrigen Mieten konnten sie auch notwendige Instandhaltungen nicht finanzieren. Die Mieter zahlten für eine Dreiraumwohnung monatlich 35 Mark und ein neuer Ofen kostete 1000 Mark.

Vereinzelt wurden in dieser Zeit neue Häuser gebaut. Die Baugenehmigungen waren sehr schwer zu erhalten. Ende der siebziger Jahre war es leichter möglich, Eigenheime zu errichten. Die Bauwilligen konnten das Bauland aber nicht erwerben. Sie erhielten das Nutzungsrecht für das erforderliche Bauland und konnten darauf ihr Eigenheim errichten. Der Bau eines solchen Heimes war ein Kraftakt. Die Bauherren bekamen zwar staatlich Zuteilungen für Baumaterial aber oft nur auf dem Papier. Familie, Freunde und Bekannte halfen erst bei der Materialbeschaffung und dann beim Bau, der sich oft über Jahre hinzog. Die Bevölkerungszahl ging in unseren Gemeinden ständig zurück. Im Jahre 1958 hatten Selben und Zschepen 1200 Einwohner und 1989 waren es noch 639.

Die Wohnraumsituation hatte sich nach 1990 merklich entspannt und die Hauseigentümer begannen mit der Modernisierung ihrer Häuser. Sie bauten Bäder, Innentoiletten und modernere Heizungen in ihre Häuser, die sie jetzt größtenteils selbst nutzen konnten. Selben und Zschepen erlebten einen regelrechten Bauboom. In der Zschepener Thomas Müntzer-Siedlung wurden mehrere Eigenheime gebaut. In Selben entstand zwischen Dorfausgang und Mühle ein ganz neues Wohnviertel. Die Straße ,Zum Amt" erhielt eine 2. Reihe mit Eigenheimen.

Die Eigentümer älterer Grundstücke ließen die Dächer, die Fenster und die Fassaden erneuern und die Hauswände mit Wärmedämmung versehen. Auf den Dächern erschienen die ersten Solarplatten.

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